Mit Amadé quer durch Europa
… Einen Blick auf die rege Reisetätigkeit der Familie Mozart lenkte die stimmungsvolle Musiktheater-Produktion Mozart auf Reisen: klassische Musik kombiniert mit klassischen Marionetten. Heinrich Klug, langjähriger Solocellist der Münchner Philharmoniker, gestaltet seit 25 Jahren zusammen mit den Puppet Players Kammerkonzerte für Kinder. Im ersten Teil des Programms fungierte Klug als Erzähler, der die beiden Kinder Wolfgang und Nannerl auf ihren Konzerten von Salzburg über München, Mannheim, Paris und London begleitete. Dabei erfuhr das meist sehr junge Publikum Wissenswertes und Erstaunliches über Mozarts Biographie.
Damit die Fakten nicht nur theoretisch behandelt werden mussten, intonierten die beiden 10 und 13 Jahre alten Kinder Johannes Lechner und Alisa Hastedt (als Wolferl und Nannerl) markante Menuette und Sonaten am Klavier und auf der Geige… Lechner und Hastedt begeisterten durch ihre Perfektion und ihr nicht minder junges Alter…
Im zweiten Teil trat dann Klug selbst, zusammen mit der Akkordeonspielerin Maria Reiter, am Cello in Aktion. Abermals begab man sich auf Reisen. Diesmal wurden die einzelnen Stationen von den überaus kunstvoll und aufwändig gestalteten Marionetten der Puppet Players begleitet. So trieb zum Allegro aus dem „Londoner Notenbuch“ etwa ein Gespenst aus dem Tower sein Unwesen, beim Vortrag aus „Galimathias Musicum“ begegneten die Zuschauer einer Einradfahrerin, die kunstvolle Pirouetten drehte. Die Kombination aus klassischer Musik und der Darstellung heiterer bis poetischer Szenen schuf eine höchst spannungsreiche Atmosphäre, die nicht nur die kleinen Zuschauer begeisterte.
Augsburger Allgemeine, 16.5.2006
